In den letzten Jahren hat das Angebot an Onlinekursen rasant zugenommen. Von einfachsten Downloads bis hin zu technisch aufwändigen, multimedialen Kurskonzepten reicht dabei das Angebot. Internationale Big Player tummeln sich in dem Markt ebenso wie kleine, selbstständige Nischenanbieter. Train the Trainer.online ist einer der Anbieter und heute möchte ich einmal die Vor- und Nachteile von online-gestützten Kursen (Online-Kurse, eLearnings, blended Learning etc.) betrachten. Schauen wir zunächst einmal auf die verschiedenen Vorteile, die ein Online-Kurs gegenüber herkömmlichen Präsenzveranstaltungen hat:

Flexibilität
Sie sind völlig unabhängig und können unabhängig von einem Seminaranbieter lernen, wann und wo Sie wollen. Dabei können Sie jede Kurseinheit beliebig oft wiederholen. Ganz in Ihrem Lern-Tempo und wann immer es in Ihren Tagesplan passt. Dabei sind unsere Onlinekurse auf allen modernen Wiedergabegeräten wie Smartphone, Tablet, eBook-Reader, PC, Notebook etc. abrufbar. Es steht  also sogar z. B. während einer kurzen Bahnfahrt bereits die Möglichkeit offen, einen Lehrinhalt zu bearbeiten.

Zuverlässigkeit
Wenn Sie sich zu einem traditionellen Seminar anmelden, besteht immer die Gefahr, dass es nicht stattfinden wird. Zum Beispiel, weil die wirtschaftlich notwendige Teilnehmerzahl nicht erreicht wird. Dann müssen Sie umdisponieren, Ausweichtermine wahrnehmen oder sich schlimmstenfalls einen neuen Anbieter suchen. Onlineseminare und -kurse sind dem gegenüber absolut zuverlässig und finden immer statt.

Kursumfang
Zumindest bei uns erhalten Sie oft erheblich umfangreichere Informationen und Inhalte, als in Anwesenheitsseminaren im Rahmen einer zeitlich angemessenen Vermittlung möglich wäre. Durch die nicht vorhandenen zeitlichen Beschränkungen bietet sich die Möglichkeit, praktisch unbegrenzt wichtige Nebenthemen anzubieten, die Sie bei Bedarf zusätzlich nutzen können.

Kosteneffizienz
Sie sparen bei der Ausbildung viel Geld, Online-Kurse sind in der Regel deutlich günstiger als herkömmliche Seminarangebote. Und das, ohne bei der Qualität zu sparen. Denn will man als Seminaranbieter bei Präsenzangeboten die Kosten senken, so stehen einem praktisch nur zwei Stellschrauben zur Verfügung: Zum einen der Trainer. Ist er unerfahren, wenig routiniert und neu im Geschäft, ist er natürlich deutlich günstiger als ein erfahrener Top-Trainer…

Der zweite Aspekt ist die Ausstattung des Seminars. Hierzu zählen Seminarraum, technische Ausstattung, Handouts und die Seminar-Verpflegung. Wenn man hier spart, ändert sich zwar nichts an der inhaltlichen Wertigkeit der Schulung. Wohl aber am Wohlfühlfaktor für die Teilnehmer (und für die Trainer). Und der ist für einen optimalen Lernerfolg nicht zu vernachlässigen.

Beide Punkte spielen bei Online-Angeboten praktisch keine Rolle. Denn der Kurs wird schließlich nur einmal „produziert“ und dafür werden – zumindest bei uns – die besten Ressourcen verwendet: Top-Trainer, gute technische Ausstattung, ordentliche Handouts und Arbeitsblätter, eine einfache und intuitive Bedienung etc.

Lerntempo
Sie bestimmen das Tempo. Wenn Sie es wollen (oder müssen), können Sie deutlich schneller zum gewünschten Ergebnis kommen als in einer Präsenz-Schulung – oder Sie lassen sich so viel Zeit wie Sie wollen. Nur auf eventuelle externe Prüfungstermine müssen sie Rücksicht nehmen.

Gibt es Inhalte, die sich besser im direkten Zusammenspiel mit dem Trainer und den anderen Teilnehmern bearbeiten lassen?

Selbstverständlich. Die gibt es. Aber es ist unsere Überzeugung, dass es sehr viel weniger davon gibt, als allgemein angenommen wird. Und wenn es tatsächlich so ist, dass Inhalte im „real life“ geübt und angewendet werden müssen, um zum gewünschten Lernerfolg zu kommen, dann bieten wir eben optionale oder fakultative Präsenztage im Rahmen des Kurses an. So entstehen „blended-Learning“-Formate, bei denen die oben genannten Vorteile aber trotzdem weitgehend erhalten bleiben. Das beste Beispiel hierfür ist unser Trainer (IHK)-Kurs:

Für Trainer-Kandidaten, die sich erstmals eingehend mit der Thematik beschäftigen gibt es neben dem obligatorischen Tag zur Prüfungsvorbereitung vier Tage, in denen intensiv geübt, angewendet und entwickelt wird.

Ist der Teilnehmer hingegen bereits ein erfahrener Trainer, dem lediglich das „amtliche“ Trainerzertifikat fehlt um beispielsweise die formalen Anforderungen zu erfüllen um bestimmte lukrative Aufträge übernehmen zu können erfolgt lediglich die „Generalprobe“ vor der Prüfung. Alles Weitere liegt bei den Teilnehmern selbst.  Auf diese Weise denken wir, haben wir auch diese Problematik angemessen berücksichtigt.

Bei der Realisierung von Onlinekursen stoßen manche Anbieter allerdings auch an ihre Grenzen. Denn viele neue technische Aspekte müssen berücksichtigt werden – unabhängig von der methodisch-didaktischen Konzeption eines Kurses. Medienmix, Tonaufnahmen, selbsterklärende Handouts, Video-Schnitt, Teilnehmerverwaltung oder anwenderfreundliche online-Tests seien hier als Beispiel genannt. Mit diesen Dingen sind viele Anbieter schlicht überfordert. Umgekehrt gibt es aber auch viele „Internet-Freaks”, die das ganze Instrumentarium beherrschen, denen es aber an der nötigen Methodik fehlt. Zahllose „How To”-Videokurse, die aus nichts weiter bestehen als einem abgefilmten Computer-Desktop mit einem schlecht aufgenommenen Voice over sprechen hier Bände.

Eine weitere Herausforderung des E-Learnings besteht manchmal auch auf der Teilnehmerseite. Denn ein Online-Kurs stellt mitunter hohe Anforderungen an die Selbststeuerung und Selbstdisziplin des Nutzers, die ihn oder sie mitunter überfordert. Kursleiter müssen also Strategien kennen und anwenden, um die Lernenden zu unterstützen, regelmäßig am Ball zu bleiben, etwa durch geeignete Aufgabenstellungen. Wir lösen dieses Thema zum Beispiel durch regelmäßige Lernzielkontrollen und die Möglichkeit eines interaktiven Austauschs mit dem Trainer und anderen Teilnehmern. So fühlt sich kein Teilnehmer mit den Kursinhalten allein gelassen.

Fazit:

Es gibt einige Herausforderungen bei der Gestaltung eines effektiven, für die Teilnehmer sinnvollen Onlinekurs. Bei der Planung und Realisierung muss man mindestens ebenso sorgfältig und intensiv vorgehen, wie bei Präsenzveranstaltungen. Hinzu kommt der technische Aspekt, der für viele Bildungsanbieter sicherlich eine zusätzliche Herausforderung darstellt. Aber die genannten Vorteile überwiegen unserer Meinung nach deutlich. Vor allem das hohe Maß an Flexibilität in Kombination mit attraktiven Preisen bietet auf lange Sicht einfach das bessere Paket. Insofern sind Onlinekurse eine echte Alternative zu Präsenzseminaren – auch wenn sie diese niemals völlig ablösen werden. Was sie aber auch gar nicht sollen.

Wie immer freuen wir uns über Rückmeldungen, Fragen und natürlich auf Ihre ganz persönliche Meinung zum Thema Onlinekurse.

Herzliche Grüße,

Ulf Mayer